Seileckverfahren
Das Seileckverfahren dient zur Ermittlung der Resultierenden (Grösse und Angriffspunkt) mehrerer in einer Ebene verlaufenden
Einzelkräften. Im ersten Schritt wird durch grafische Addition (Aneinander-Reihung) der Kräfte die Grösse und Richtung der
Resultierenden ermittelt. Von einem beliebigen Punkt X werden nun Polstrahlen zu Kräften gelegt und fortlaufend Nummeriert.

Anschliessend werden die Polstrahlen ausgehend vom Punkt S (beliebiger Punkt auf der Wirkungslinie der Kraft F1) der Reihe nach
abgetragen. Der Schnittpunkt P wird als Pol bezeichnet und liegt auf der Wirkungslinie der Resultierenden.
Culmann-Verfahren
Mit Hilfe des Culmann-Verfahrens können die Lagerreaktionen an einem ebenen, statisch bestimmten System grafisch ermittelt werden.
Zuerst wird dabei die Resultierende aller angreifenden Kräfte ermittelt (z.B. mit dem Seileckverfahren).
Dabei wird der Punkt C als Schnittpunkt der Wirkungslinie der Auflagerkraft B und der Resultierenden ermittelt und das Auflager A mit
dem Punkt C verbunden. Diese Verbindungslinie wird als Culmann-Gerade bezeichnet.

Die Resultierende Auflagerkraft in A verläuft parallel zur Culmann-Geraden. Mit dieser Tatsache kann ein weiteres Kräftepolygon
gezeichnet werden, welches die Ermittlung aller Lagerreaktionen ermöglicht.


